Kinder besuchen Handwerker auf dem "Katschwitzer Hof"
Katschwitz.
Sechs Jungen und Mädchen aus Wohngruppen der Kinderarche
Sachsen haben am Dienstagnachmittag (19. Juli) den Handwerkern auf dem
„Katschwitzer Hof“ über die Schulter geschaut. Bis Jahresende schafft
die Kinderarche Sachsen in dem alten Wohnhaus mit Scheune in
Katschwitz bei Bautzen ein neues familienähnliches Zuhause für fünf
Kinder. Einige von ihnen konnten sich am Dienstag nun schon einmal auf
der Baustelle umsehen. Maurer, Elektriker und Klempner zeigten den Jungen und Mädchen, was sie gerade tun, und ließen sie sogar bis unters Dach steigen.
„Wir freuen uns sehr, den Kindern einmal hautnah zu zeigen, wie es mit
dem Haus vorangeht“, sagt Jens Petzold, Einrichtungsleiter für die
Angebote des Vereins im Kamenzer Land. Inzwischen ist das Dach neu eingedeckt, einige Wände sind abgerissen und durch neue ersetzt worden, die Fenster sind ausgetauscht, im Erdgeschoss liegt ein neuer Unterbeton. Derzeit arbeiten die Handwerker an der Fassade, der Trockenbauer ist unter dem Dach zu Gange, Elektriker und Installateurebereiten die neuen Leitungen und die Heizung vor.
Mit den Kindern im Haus unterwegs waren Erkan Ertugrul, Geschäftsführer des sächsischen Modeunternehmens Eronya Accessoires, sowie Theres Meyer, die Leiterin der Bautzner Eronya-Filiale. Noch bis zum 31. Juli läuft in ihrem Geschäft im Kornmarktcenter Bautzen eine Spendenaktion zugunsten des Umbaus. Jeder Kunde, der während der „Glückswochen“ eine Handtasche kauft, spendet automatisch 1 Euro an der Kinderhilfsprojekt „Katschwitzer Hof“. „Wir sind begeistert von diesem Projekt“, sagte Erkan Ertugrul. Zum Dank für seine Unterstützung erhielten er und seine Mitarbeiterin selbst gemalte Bilder von den Kindern. „Wir haben die Jungen und Mädchen gebeten, einen Bauernhof zu malen, so wie sie ihn sich wünschen“, erklärte Jens Petzold bei der Übergabe der Bilder.
Zum Hintergrund:
Den Hof in Katschwitz hat ein älteres Ehepaar dem Verein Kinderarche
Sachsen vererbt – bis Dezember 2011 soll das Haus für über 350.000
Euro umfassend um- und ausgebaut sowie ausgestattet werden. Mit dem
„Katschwitzer Hof“ entsteht jetzt eine ähnliche Kleinstgruppe wie
bereits in Radebeul, wo im „Integrativen Familienwohnen“ seit Anfang
2009 vier Geschwisterkinder mit ihren Erziehern leben. In dieser Zeit
haben sich die Kinder so gut entwickelt, dass sie jetzt zu den
Klassenbesten gehören.
Die Kinder, die im „Katschwitzer Hof“ ein neues Zuhause finden,
brauchen aufgrund ihrer Erfahrungen in der Vergangenheit einen
besonders geschützten Raum, um gesund und behütet aufzuwachsen. In der neuen Kleinstgruppe werden sie ein Höchstmaß an Zuwendung und
Aufmerksamkeit erfahren. Sie erleben hier erstmals einen stabilen Ort
mit vertrauten Bezugspersonen, der bis zum Erreichen der
Selbstständigkeit ein dauerhaftes Zuhause sein soll.